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Making of Indian Cinema

Freitag, 19. Juli 2019, 15 bis 20 Uhr, Metropol Kino

Unter dem Titel Making of Indian Cinema startet dieses Jahr ein neues Angebot im Rahmenprogramm des 16. Indische Filmfestivals Stuttgart. Die Reihe richtet sich an das Fach- und Branchenpublikum und ermöglicht einen Blick ‚behind the Scenes‘ des indischen Films. Zudem soll hier eine Plattform installiert werden, die es indischen und deutschen Filmemachern ermöglicht, sich zu vernetzen. Jedes Jahr soll ein anderer Bereich der Filmherstellung vorgestellt werden.

Los geht es 2019 mit dem Thema Cinematography. Drei preisgekrönte indische Directors of Photography (DoP) haben zugesagt: Paramvir Singh, Pooja Gupte und Shanti Bhushan Roy werden nach Stuttgart kommen, um über ihre Arbeit zu sprechen, die alles – von der kleinen Indie-Produktion bis zum Big Budget Bollywood Blockbuster – abdeckt.

Zu Beginn referieren die DoPs über ihre filmische Erfahrung und präsentieren ihre Arbeit inklusive Filmausschnitten. Anschließend geht es weiter mit einer moderierten Podiumsdiskussion. Hier wird sowohl über filmtheoretische Themen, wie die Visualisierung von Charakterzügen, als auch über arbeitsrechtliche Fragestellungen, etwa die Arbeitsbedingungen indischer DoPs, diskutiert. Die Veranstaltung endet mit einem Get-together, bei dem sich die indischen und deutschen Gäste kennenlernen, austauschen und vernetzen können.

Diese Veranstaltung wird unterstützt vom
indischen Generalkonsulat München.

Referenten

Als Kind verbrachte Paramvir Singh seine Sommerferien umgeben von Comicbüchern, was ihn dazu inspirierte, seine eigenen Comics und Superhelden zu kreieren. 1996 verhalfen ihm seine kreativen und künstlerischen Fertigkeiten zu einem Job in der Werbebranche. Doch der Reiz des Bewegtbilds brachte ihn 2002 dazu, die Arbeit zu pausieren und am angesehenen Film and Television Institute of India zu studieren. Für die experimentelle Bildgestaltung in seinem Abschlussfilm ,Parsiwada Tarapore, Present day‘ gewann er 2005 den President of India’s National Award für ,Best Cinematography‘. Paramvir drehte später den Indiefilm ,Hulla’, welcher oft als einer der unterschätztesten Filme Bollywoods zitiert wird. Anschließend drehte er viele weitere TV-Spots, Kurzfilme, Musikvideos und Dokumentationen, und gründete 2010 eine von Indiens Top-Werbefilmproduktionsfirmen.

Pooja Gupte ist Alumna des Satyajit Ray Film and Television Institute. Ihre Liebe für die Kamera geht hervor aus ihrer lebenslangen Faszination für Visuelles. Pooja war schon immer visuelle Lernerin und Tatmensch. Mit 16 hat sie sich Kamerafrau als Karriereziel festgesetzt und sich seitdem in das erstklassige Institut hochgearbeitet. Ihren ersten Spielfilm als Kamerafrau – ,Crossing Bridges’ – hat sie mit ihrer Produktionsfirma Easel Films selbst produziert. Der Film wurde 2014 mit dem National President’s Award ausgezeichnet. Zudem gewann sie in der Kategorie ,Best Cinematography for Feature Film’ beim Ashland Independent Film Festival. Sie liebt es außerdem, ihr Wissen weiterzugeben und lehrte bereits als Gastdozentin.

Der ehemalige Softwareentwickler Shanti Bhushan Roy ist Absolvent des angesehenen Film and Television Institute of India in Pune. Er bringt mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Film, Fernsehen, Dokumentation und Web-Video mit. Zu seinen Werken gehören viele szenische Spielfilme, wie etwa ,Shuttlecock Boys‘, der 2012 als Best Independent Film ausgezeichnet wurde. Zudem hat er an Dutzenden Dokumentarfilmen gearbeitet und Filme für internationale Stiftungen wie die Bill und Melinda Gates Foundation, die Godrej Foundation und UNDP gedreht. Als einer von wenigen Filmemacher in Indien experimentiert er mit neuen Technologien wie Virtual Reality, 3D-360 und Augmented Reality. Seit 2011 unterrichtet er Studierende in verschiedenen öffentlichen und privaten Einrichtungen wie der Digital Film Academy in Mumbai.

Mit dem Beginn seiner Adoleszenz widmet sich Conrad Lobst dem Experimentieren mit Foto- und Videokameras und ist als Kameramann Teil einer Reihe famoser Sommerferien Blockbuster. Seit dem Abitur arbeitet er 8 Jahre als 1. Kameraassistent an der Seite zahlreicher deutscher und internationaler Kinematografen an Spiel-, Werbe- und Dokumentarfilmen weltweit. Während seines Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg entwickelt er seine visuelle Stilistik welche geprägt ist von fantasievollen, unkonventionellen Erzählweisen. Gleichzeitig spezialisiert er sich im Bereich VFX-Cinematography. Nach seinem Studium verbringt er 2016 mehrere Monate in Mumbai und Nordindien um neben Eeshit Narain die deutsch-indische Produktion „Once Again“  (Dir. Kanwal Sethi) zu fotografieren.

Moderation

Aufgewachsen in einer indisch-deutschen Familie, fand sich Konstanze Welz bereits seit ihrer Kindheit stets an der Grenze zwischen beiden Kulturen wieder. Sie hat einen Masterabschluss in Contemporary History und schließ ihr Studium mit einer Thesis über indisch-deutsche kulturelle Beziehungen ab. Mehr als zehn Jahre lang war sie bei bei German Films, der nationalen Agentur für die weltweite Vermarktung des deutschen Kinos, für alle Aktivitäten verantwortlich, die mit Indien zu tun hatten. In dieser Position hat sie mit allen großen indischen Filmfestivals zusammengearbeitet, Delegationen deutscher Filmproduzenten und Regisseure nach Indien geleitet und Koproduktions-Veranstaltungen organisiert, um die Filmindustrien beider Länder näher aneinander zu bringen. Konstanze verließ German Films im Jahr 2017, um freiberuflich als interkulturelle Beraterin zwischen Deutschland und Indien zu arbeiten.

Ablauf

14:45   Einlass in Saal 2 / Metropol Kino

15:00  Offizielle Eröffnung und Begrüßung: Mr. Sugandh Rajaram,
Generalkonsul der Republik Indien, München

15:15   Vorstellung und Präsentationen der Kameraleute

17:00  Pause

17:15   Podiumsdiskussion

19:00 Get-together im Foyer des Metropol Kino

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